How I got the Shot? Learn from Landscape Photographer Timm Allrich

November 7, 2017 Timm Allrich

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Scouting the location

When you do research on the landscape in southern Sweden, there are a few places that pop up again and again. One of these locations is Byrum Raukar on the northwest coast of the island Öland. Here you find limestone pillars that have evolved, or rather been unearthed, through the erosion of softer elements. When you search for images of this place on the internet, you get a long list of photographs that give you a great idea of what this wonderful natural scenery is like. The first thing I noticed was that these limestone pillars appear a lot bigger on Wikipedia and in photographs than they actually are. If you look at images with people in them, you notice that the pillars seem to shrink in size.

Have a concept for your image

During my research I realized that I wanted images without people in them. Moreover, I found any perspective where you look down onto the sea problematic, because you could quickly see what the true dimensions of the cliff formations are in relation to the water. I realized I wanted a vantage point from down by the water, not least because the shallows near the shore would provide a wonderful foreground both in terms of color and structure. I was able to figure all this out through my research before ever even having been there.

Understand your lighting situation

One problem is that the cliff formations are on the west coast of Öland, so you have to visit the spot in the evening, if you aim for a beautiful illumination with natural light. The problem of taking pictures at dusk in well-known tourist destinations is that you’re never alone.  You are confronted with, well, annoying climbers and outdoor enthusiasts. Thus I also realized that I needed a long exposure to have as few people in the picture as possible.

Reality can be different

When we arrived about 60 minutes before sunset, I was quite surprised: there weren’t just a lot of people there, there were hundreds! There were people on every ledge and in each corner, nook and cranny. Some were waiting for the sun to set, others were having a picnic or just spending time with friends and family. The small coves turned the place into a kind of small amphitheater where people were sitting around and chatting. Evidently Swedes think this is a great place to visit together. Well, great.

After taking a few practice shots, I realized that it would be quite difficult or simply impossible to photograph the area of the coastline I wanted without people in it on this particular evening. Since I didn’t want to make any compromises when composing my shot (that’s a general rule of mine), I tried my luck with an initial, long exposure. I opted for a ND 1000 as well as a polarizing filter for reducing reflections on the water and a gentle, not terribly strong gray graduated filter for the sky. I particularly wanted the small stone slabs covered with lovely green algae in the foreground; they looked like small steps with broken sandstone chunks. I achieved the optimum image angle for this image with the Milvus 1.4/25. I calculated the exposure time, focused the lens, waited and… shoot, there were blurry people everywhere in spite of the long exposure time!

Enjoy the result

I thought all my preparation had been in vain. Desperate, I began to politely ask people walking my way if they’d be willing to wait just a moment. At first people gave me a strange look, but then this group of largely Swedish visitors slowly began to understand what my plan was. They stood around, curious, and even moved out of the shot so that I could take my picture. I had a small crowd of people behind me, the strange visitor with the camera and unusual lenses. This was my chance. The light was perfect, so I refocused, adjusted the polarizing filters, set the aperture to 16, ISO to 50, stuck with 240 seconds of exposure time and… the result was perfect! There are some images where you know, as soon as you look at them on the screen, that you’ve captured a great moment in time. That’s how I felt when I saw this image.

 


Deutsche Version

Den Ort erkunden

Wenn man sich über Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten der Südschwedischen Landschaft erkundigt bzw. recherchiert, gibt es einige Orte, auf die man unweigerlich stößt. Einer dieser Orte sind die Byrum Raukar an der Nordwestküste der Insel Öland. Hierbei handelt es sich um Kalksteinsäulen, die durch Erosion weicherer Anteile entstanden bzw. freigestellt wurden. Wenn man sich im Netz auf Bildersuche über diesen Ort begibt, erhält man eine ziemlich lange Liste von Fotos, die mehr oder weniger aussagekräftig über dieses wundervolle Stückchen Natur berichten. Zuerst einmal fiel mir direkt auf, dass die Kalksteinsäulen anders als in der Beschreibung bei Wikipedia viel größer auf den Bildern wirkten als sie es in Wirklichkeit sind. Alle Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, lassen die Säulen hingegen auf Grund der Relation deutlich kleiner wirken.

Habe ein Konzept für die Gestaltung

Die erste Erkenntnis für mich war daher, dass ich Bilder haben wollte ohne Menschen, wie ja meistens bei Landschaftsbildern ohnehin üblich. Ausserdem fand ich die Perspektiven von oben aufs Meer problematisch, da man auch dort ziemlich schnell die wahren Dimensionen der Felsformationen im Bezug zum Wasser erahnen konnte. Darum wollte ich einen tieferen Standpunkt aufsuchen nahezu auf Niveau des Wassers, zumal die ufernahen Flachwasserbereiche einen wundervollen Vordergrund sowohl in punkto Farbe als auch Struktur boten. Soviel konnte ich bereits im Vorfeld recherchieren, ohne überhaupt dort gewesen zu sein.

Verstehen Sie Ihre Beleuchtungssituation

“Leider” liegen die Felsformationen an der Westküste Ölands, sodass man den Spot insbesondere abends aufzusuchen hat, wenn man eine schöne Ausleuchtung mit natürlichem Licht anstrebt. Das Problem an den abendlichen Bilder solcher bekannten Touristenattraktionen ist jedoch, dass man gerade im Sommer zur Ferienzeit niemals alleine dort ist und mit “störenden” Kletterern und Abenteurern zu rechnen hat. Darum war für mich die zweite Erkenntnis, dass ich eine lange Belichtung anstrebe, um möglichst wenig Menschen auf das Bild zu bekommen.

Die Realität kann anders sein

Als wir ca. 60 Minuten vor Sonnenuntergang ankamen, war ich jedoch ziemlich überrascht. Es waren nicht viele Menschen dort, es waren Hunderte! In jeder Nische, auf jedem Vorsprung, hinter jedem Winkel befanden sich Leute, die auf den Sonnenuntergang warteten, ein Picknick machten oder einfach mit Freunden oder Familie in den wie kleine Amphitheater wirkenden Buchten saßen und erzählten. Für die Schweden scheinbar ein perfekter Ort für einen gemeinsamen Ausflug. Na toll. Schnell stellte sich bei den ersten Probeaufnahmen heraus, dass eine ungestörte Formation mit wünschenswertem Bildausschnitt an diesem Abend nicht bzw. nur schwierig zu realisieren war. Da ich aber beim Bildaufbau keine Kompromisse eingehen wollte und auch grundsätzlich nicht eingehe, versuchte ich mein Glück mit einer ersten, langen Belichtung. Ich wählte einen ND 1000, zusätzlich einen Polfilter zur Reduktion der Spiegelungen auf dem Wasser und einen weichen, nicht so starken Grauverlaufsfilter für den Himmel. Im Vordergrund gefielen mir die kleinen, wie Treppchen wirkenden und mit schönen grünen Algen überwachsenen Steinplatten, auf denen vereinzelte, abgesprengte Sandsteinbrocken lagen. Der optimale Bildwinkel ließ sich in diesem Fall mit dem 1.4/25 mmm realisieren. Zeit berechnen, scharf stellen, warten, und… Mist, überall verschwommene Menschen, trotz der langen Belichtung!

Genieße das Ergebnis

Ich sah meine Mühe mit den Vorbereitungen schon als vergebens an, als ich verzweifelt damit begann, die Leute, die des Weges kamen, einfach höflich anzusprechen und zu fragen, ob sie nicht einen Moment Zeit hätten und warten könnten. Zuerst wurde ich komisch beäugt, langsam verstanden die zumeist aus Schweden stammenden Besucher jedoch, was ich vorhatte und blieben neugierig stehen bzw. kamen sogar extra aus dem Bild, um mir die Aufnahme zu ermöglichen. Eine kleine Menschentraube bildete sich hinter mir – dem Kauz mit der Kamera und den komischen Glasscheiben davor. Das war meine Chance. Optimales Licht, schnell erneut Scharfstellen, Polfilter nachjustieren, Blende auf 16, Iso 50, immer noch 240 Sekunden Belichtungszeit errechnet und… Perfekt! Es gibt Bilder, bei denen man schon beim ersten Blick auf das Display weiß, dass man gerade einen tollen Moment perfekt eingefangen hat. Und so ein Bild war dieses für mich.
Die Leute kamen näher, um das Bild ebenfalls auf dem Display der Kamera zu betrachten. Keiner war mürrisch oder genervt weil er warten musste, sondern alle versprühten kollektive Freude am Ergebnis und Gelassenheit ob der Wartezeit. Ein toller Momemt in einem tollen Land mit tollen Menschen.

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