Optikdesigner sind oft auch Erfinder

December 14, 2018 Julia

Markus_Seesselberg

Dr. Markus Seeßelberg ist Optikdesigner in der zentralen Forschung und Technologie bei ZEISS und gibt im Anschluss an die diesjährigen ZEISS Optical Design Days einen Einblick in sein besonderes Berufsfeld. Warum Optikdesign eine spannende Tätigkeit ist, die mit dem ständigen Einsatz neuer Erkenntnisse verbunden ist, erzählt er im Interview.

Markus, Sie sind Optikdesigner. Können Sie in wenigen Sätzen erklären, was ein Optikdesigner macht?
Optikdesigner entwerfen, berechnen und simulieren die Anordnung von Spiegeln, Linsen und anderen optischen Komponenten im Inneren von opto-elektronischen Produkten. Dazu zählen medizintechnische Geräte oder Mikroskope, aber auch Optiken für die Chipherstellung oder Messgeräte zur optischen Vermessung von Oberflächen – ich könnte viele weitere Beispiele aufzählen. In unserem Job stehen wir in engem Austausch mit Wissenschaftlern, Ingenieuren und zunehmend auch mit IT-Ingenieuren, die für die Vernetzung digitaler optischer Geräte sorgen.

 

Dr. Markus Seesselberg im Interview

Weshalb ist Ihrer Ansicht nach Optikdesign eine spannende Tätigkeit?

Aus meiner Sicht gibt es dafür drei wesentliche Gründe: Abwechslung, Kreativität und ein hohes Maß an Kommunikation. Optikdesign ist sehr interdisziplinär. Optikdesigner, Fertigungs- und Softwareingenieure sowie Menschen mit detaillierter Kenntnis von Kundenanforderungen arbeiten Hand in Hand. All das macht diese Tätigkeit sehr interessant: Dazu kommt, dass Optik zwar eine alte Wissenschaft ist, sich aber bis heute sehr dynamisch weiterentwickelt, weil ständig neue optische Komponenten und Technologien hinzukommen. Solche neuen Komponenten sind beispielsweise Bildsensoren mit immer höherer Auflösung oder hellere Lichtquellen. Dazu kommen neue Technologien wie zum Beispiel der 3D-Druck von Optiken.  So ergänzen wir im Optikdesign ständig bestehendes Wissen mit neuem Wissen. Optikdesigner bei ZEISS sind sehr häufig auch Erfinder und mitverantwortlich für zahlreiche Patente die ZEISS hält.

 

Können Sie einige Beispiele von Projekten nennen, an denen ein Optikdesigner bei ZEISS arbeitet?

ZEISS bietet uns Optikdesignern mit einem breiten Produktportfolio viele spannende Projekte: Beispielsweise entwickeln wir neue Gerätekonzepte für die Mikroskopie, um Auflösung und Messgeschwindigkeit zu erhöhen. In der Medizintechnik erhöhen wir die Anzahl der Strahlengänge innerhalb von Operationsmikroskopen, um dem Arzt während einer Operation zusätzliche Informationen bereitzustellen – so helfen wir mit, eine bessere Behandlung des Patienten zu ermöglichen. In der Halbleitertechnik geht es um die Gestaltung von Optiken für die lithographische Herstellung von immer leistungsfähigeren _Mikrochips, bei denen buchstäblich die Grenzen des technisch Machbaren erreicht werden. Und für Messmaschinen entwickeln wir Optiken, um Oberflächen berührungslos zu vermessen. Für Optikdesigner gibt es eine Vielzahl spannender Themenfelder.

 

Bei den Optical Design Days zeigt Dr. Markus Seesselberg den Teilnehmern mit was sich ein Optikdesigner beschäftigt

 

Was müssen Bewerber mitbringen, um bei ZEISS als Optikdesigner anzufangen?
Begeisterungsfähige und einfallsreiche Studierende der Physik, Mathematik oder auch Ingenieure, die gerne zum technologischen Fortschritt der Optiken von ZEISS aktiv beitragen möchten, finden im Optikdesign ein spannendes Berufsfeld. Neugierde und Kreativität helfen beim Auffinden neuartiger und alternativer Gerätekonzepte.  Wichtig ist auch Freude an der Arbeit mit dem Computer, denn mithilfe von Computersimulationen optimieren und beurteilen wir die Performance von Optiksystemen. Und weil der Weg zur Lösung auch mal steinig sein kann, sind Ausdauer und Durchhaltevermögen entscheidend. Kurzum: Querdenker sind erwünscht, die sich von auftretenden Schwierigkeiten herausgefordert fühlen, immer neue Wege suchen, sich weiterentwickeln und so in einem global agierenden Technologieunternehmen die Zukunft der Optik mitgestalten möchten.

In einem Satz: Was zeichnet einen Optikdesigner aus?

Mal eben auf dem Computer simuliert und die Optik tut nicht, was sie soll –  damit gibt sich ein Optikdesigner nicht zufrieden. Außerdem zeichnet einen Optikdesigner aus, dass er gut kommunizieren kann. Mit dem Projektteam, den Mechanikkonstrukteuren, den Fertigungstechnologen, den anderen Optikdesignern und nicht zuletzt auch mit dem Kunden.

 

Interessiert an einem Einstieg im bereich Optikdesign? Hier bewerben.

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