Von Toulouse nach Jena

December 9, 2018 Julia

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Goetz Dietrich arbeitet seit Anfang 2017 bei ZEISS in Jena. Er ist Gruppenleiter in der Softwareentwicklung und arbeitet mit seinen Kollegen an intelligenten Software-Lösungen für Photomaskensysteme in der Halbleiterfertigung. Der 37-jährige stammt aus Bergisch-Gladbach, studierte in München bei der Bundeswehr Elektrotechnik und lebte und arbeitete lange Zeit in Südfrankreich. Im Blog erzählt er, warum er sich für Jena entschieden hat.

„Viele Freunde waren skeptisch, als wir uns für Jena als neuen Arbeits- und Wohnort entschieden haben“, erinnert sich Goetz Dietrich an die Zeit vor knapp zwei Jahren, als er mit seiner Familie über eine Neuausrichtung nachdenkt. Goetz betreut zu dem Zeitpunkt ein Projekt bei Airbus, seine Frau arbeitet in der Verwaltung der Deutschen Schule Toulouse. Die beiden Töchter, damals sieben und neun Jahre alt, sind zweisprachig aufgewachsen und haben sich gut in Frankreich eingelebt. Allerdings ist der Job von Goetz zeitlich begrenzt, also sucht er nach einer neuen beruflichen Herausforderung.

 

 

„Ich habe mich nach meinem Abitur 2000 für zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet“, erzählt er. Damals hat er die Wahl zwischen München und Hamburg und entscheidet sich aufgrund der Nähe zu den Bergen für die Bayerische Landeshauptstadt. „Da ich Mathe und Physik Leistungskurs belegt hatte und mich Technik schon immer gereizt hat, begann ich mein Studium im Fach Elektrotechnik“. Goetz genießt das Studentenleben in der Metropole, kann in seiner Freizeit in die Alpen fahren und seinem Hobby dem Mountainbike-Fahren und Snowboarden nachgehen.

Nach seinem Studium wird er am Luftwaffenstandort in Nörvenich bei Köln eingesetzt und kümmert sich als Technikoffizier um die Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen. 2008 beginnt seine Mitarbeit am Projekt Airbus A400M. Dort ist er zunächst für die logistischen Prozesse und IT-Systeme verantwortlich, arbeitet in einer internationalen Arbeitsgruppe. Nach drei Jahren wechselt er schließlich nach Toulouse an den Hauptstandort von Airbus und vertritt die globalen Kunden im Bereich IT-Unterstützungssysteme des Transportflugzeugs A400M am Boden.

Da die meisten Jobs beim zwischenstaatlichen Projekt A400M maximal fünf Jahre dauern und Goetz seine Zeit bei der Bundeswehr abgeleistet hat, muss er sich Ende 2016 entscheiden, wie es weitergeht. Ein Freund, der in Jena bei ZEISS arbeitet, schwärmt regelrecht von der Stadt an der Saale und seinem heutigen Arbeitgeber. Zufällig sucht ZEISS zu der Zeit einen Gruppenleiter im Bereich Softwareentwicklung. „ZEISS und Software – da war ich echt überrascht“, so Goetz. Er kennt zwar die Mikroskope und Ferngläser, aber Informationstechnologie, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen verbindet der Elektrotechniker nicht mit ZEISS. Er beschäftigt sich mit dem Unternehmen, den Produkten und der Unternehmenskultur, will wissen, was die DNA von ZEISS ist. „Mir war wichtig, dass mein nächster Arbeitgeber in einem eher friedlichen Umfeld tätig ist“, so Goetz.

 

 

Er kann sich einen Einstieg gut vorstellen, hat aber immer noch Bedenken, was den Standort angeht. „Ich kannte die Stadt, wie viele, nur vom Vorbeifahren an der Autobahn“, so Goetz. Auch sein erster Besuch in Jena beschränkt sich auf das Vorstellungsgespräch bei ZEISS; er findet keine Zeit, sich die Stadt genauer anzusehen. Als er eine Zusage von ZEISS erhält, fliegt er mit der Familie nach Deutschland und erkundet Jena. Alle sind recht angetan, sodass er im Februar 2017 bei ZEISS anfängt. Anfangs pendelt er zwischen Jena und Toulouse, möchte sich vergewissern, dass es der richtige Schritt ist. Aber auch das ist wegen der guten Anbindung nach Berlin oder Frankfurt für ihn kein Problem. Im August zum Schuljahreswechsel folgt ihm seine Familie.

„Für uns ist die Stadt wie eine kleine heile Welt“, so Goetz. Er mag die Größe von Jena mit seinen 111.000 Einwohnern und die Lage inmitten der Berge, die Natur und Kultur. Er kauft ein Haus, die Kinder besuchen eine bilinguale Schule und seine Frau findet ebenfalls einen interessanten Job – auch bei ZEISS.

Natürlich kennt er auch die Stimmen, die den fehlenden Wohnraum oder den Verkehr in Jena kritisieren. Dann bringt der Familienvater immer den Vergleich mit München oder dem Rheinland. Er kann sich noch gut an die vielen Staus und überteuerten Wohngemeinschaften erinnern und möchte nicht mehr tauschen.

Für ihn ist das Leben in Jena viel stressfreier, durch die Universitäten und Institute aber gleichzeitig sehr weltoffen, jugendlich und international. Mittlerweile kennt die Familie viele Menschen, die in Jena studiert haben, dann in die Welt gezogen sind und jetzt zurückkehren. „Bei mir in den agilen Teams arbeiten Kollegen aus Sri Lanka, Frankreich oder Spanien zusammen“, so der Gruppenleiter, der mit 19 Softwareentwicklern Lösungen für die Systeme von ZEISS entwickelt, die Photomasken nanometergenau vermessen, reparieren, auswerten und qualifizieren. Diese Masken spielen in der Halbleiterfertigung eine zentrale Rolle. Sie beinhalten die Strukturen, die später auf einen Wafer übertragen werden. Gemeinsam mit seinem Team sucht er nach modernen IT-Lösungen, um den stetig wachsenden Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Für ihn eine spannende Herausforderung: „Genau das, was ich gesucht habe!“

Goetz Dietrich scheint wirklich in Jena angekommen. Er konnte skeptische Verwandte und Freunde überzeugen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – kann sich sogar vorstellen, für immer in Jena zu bleiben.

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